Daumenabdruck

Markieren Sie auf dem Boden einer LB-Agarplatte deren Fläche in zwei gleich große Flächen. Beschriften Sie eine Hälfte mit "gewaschen" und die andere Hälfte mit "ungewaschen". Dann drücken Sie für einige Sekunden leicht Ihren Daumen auf die mit "ungewaschen" beschriftete Hälfte. Schließen Sie die LB-Agarplatte und waschen Sie Ihre Hände mit warmen Wasser.

Anschließend drücken Sie Ihren Daumen auf die mit "gewaschen" beschriftete Agarfläche. Schließen Sie die Agarplatte und inkubieren Sie den Ansatz ein bis zwei Tage im Brutschrank bei 37°C.

 

 

Luftkeimzahl

Mit "Luftplatten" bekommen Sie eine Vorstellung von der Keimbelastung unserer Umgebungsluft. Stellen Sie LB-Agarplatten an belebten Orten für 10, 30 und 60 min auf.

Inkubieren Sie einen Satz Agarplatten bei Raumtemperatur, den anderen bei 37°C. Als Medien-Alternative können Sie eventuell auch Malzextraktagarplatten verwenden.

Nutzen Sie zur Auswertung Ihrer Ergebnisse eine Tabelle.

 

 

Abklatschplatten

Mit dieser Technik kontrollieren Sie die Bakterienpopulationen auf Oberflächen von Gegenständen. Testen Sie Euro- und Centmünzen sowie Geldscheine. Auch Blattoberflächen (Usambara-Veilchen) sind ergiebige Quellen für die Keimbelastung der Luft. Drücken Sie diese Gegenstände mit einer flachen sterilen Pinzette leicht auf die Agaroberfläche. Verwenden Sie dazu sowohl LB-Agarplatten als auch Malzextraktagarplatten. Bebrühten Sie die LB-Agarplatten bei Raumtemperatur und bei 37°C für 1-3 Tage. Die Malzextraktagarplatten werden bei maximal 28°C bebrühtet.

Nutzen Sie zur Auswertung Ihrer Ergebnisse eine Tabelle.

 

 

Test auf Katalase

Geben Sie auf einige der Kolonieformen 30µl 3%-iges Wasserstoffperoxid. Wenn sich nach wenigen Sekunden Gasblasen bilden, so sind diese Bakterien Katalase positiv. Testen Sie zur Kontrolle die nicht bewachsene Agaroberfläche.

 

 

Test auf Oxidase

Geben Sie auf ein Filterpapier (Faltenfilter von Schleicher & Schüll) 100 µl einer frischen 1%-igen wässerigen TMPD-Lösung (N,N,N',N'-Tetramethyl-1,4-phenylendiamin). Verstreichen Sie mit einer Platinimpföse Material einer Bakterienkolonie auf das feuchte Papier. Warten Sie etwa 30-90 Sekunden auf einen Farbumschlag: Blau-Färbung = positive Reaktion.

 

 

Bakterien in der Milch

Verwenden Sie für Ihre Untersuchungen pasteurisierte Milch und Rohmilch vom Bauern. Legen Sie von beiden Proben jeweils eine vierstufige Verdünnungsreihe in sterilem Wasser (oder besser in 0.9% NaCl) in 1:10-Schritten an. Streichen Sie von jeder Probe 100 µl mit dem Drigalskispatel auf einer Chinablau-Lactose-Agarplatte aus. Inkubieren Sie die Agarplatten bei 28-35°C. Berechnen Sie die koloniebildenden Keime/ml Milch.

Hinweis: Berücksichtigen Sie die Verdünnungsstufe und das ausplattierte Volumen. Beispiel: Auf der Agarplatte mit der Verdünnungsstufe 1:100 (10-2) haben Sie 53 Kolonien gezählt. Damit ergibt sich: 53 x100 (Verdünnung) x 10 (Umrechnung von 100 µl ausplattiertem Volumen auf 1000 µl = 1ml) = 53000 Keime/ml Milch. Für die verschiedenen Verdünnungsstufen sollte ein ähnlich hoher Wert errechnet werden.

Verwenden Sie auch den Chromocultagar. Er zeigt Ihnen u.a. Enterobakterien in verschiedenen Farben.

 

 

Lebensmittel

Testen Sie die Oberflächen von Fleischwaren nach dem Abklatschverfahren. Besonders ergiebig sind auch unbehandelte pflanzliche Produkte.

Waschen Sie z.B. Salatblätter, zerkleinern Sie diese unter keimfreien Bedingungen mit einem sterilen Mörser oder Spatel und streichen Sie mit der Impföse ein wenig Flüssigkeit auf LB-Agarplatten, Chinablau-Lactose- und Chromocultagarplatten aus.

Streichen Sie mit der Impföse von nicht pasteurisiertem Joghurt auf LB- und Chinablau-Lactose Agarplatten aus.

 

 

Gram-Differenzierung mit KOH

Bringen Sie auf einen Glasojektträger 30 µl 0,5 M KOH. Reiben Sie mit einer Impföse Material einer Bakterienkolonie ein. Ersatzweise können Sie auch aus frischen Flüssigkulturen 500 µl Kultur abzentrifugieren und den Niederschlag für diesen Test verwenden. Wenn Sie nach wenigen Sekunden einen Faden ziehen können, dann sind die Organismen "Gram-negativ" (z.B. E. coli). Können Sie keinen Faden ziehen, dann handelt es sich um "Gram-positive" Keime (z.B. Bacillus subtilis).


Gram-Differenzierung mit dem Alanyl-Aminopeptidase-Test

Das Enzym Alanyl-Aminopeptidase kommt überwiegend in Gram-negativen Bakterien vor. Es spaltet bei deren Zellwandbiosynthese Alanin aus der Peptidseitenkette des Mureins ab.

 

 

Indol-Nachweis

Indol wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Das Enzyme Tyrptophanase spaltet Tryptophan in Pyruvat, NH3 und Indol. Indol reagiert dann unter sauren Bedingungen mit p-Dimethylaminobenzaldehyd zu einer kirschroten Verbindung. Entnehmen Sie aus einer Übernachtkultur von E. coli 1 ml Lösung und überschichten Sie diese Kultur mit 0,5 ml KOVACS-Reagenz. Innerhalb von 1-2 Minuten sollte eine Rotfärbung zu sehen sein: E. coli reagiert Indol-positiv.